Überzeugende Premiere für „Mr. Scrooge“ - besinnlich und emotional BB-Kidz präsentieren ausdrucksvoll einen nach wie vor aktuellen Klassiker 23. November 2018 |
Der Nachwuchs der Burgbühne Dilsberg versetzt die Graf von Lauffen-Halle bereits im November in festliche Weihnachtsstimmung. Die BB-Kidz überzeugten mit einer gefühlvollen Premiere und sorgten mit „Es ist Weihnachten, Mr. Scrooge!“ für besinnliche Momente und große Gefühle. |
Ein Landstreicher (Simon Winter) beobachtet, wie eine Gruppe „cooler“ Kids, die mit Weihnachten nichts am Hut haben, den Chor der Regenbogenkinder vertreibt. Er kommt mit drei von ihnen ins Gespräch (Silja Schranz; Pia Risse, Adrian Stumm), berichtet ihnen von einem Mann, ... |
... der wie sie den Sinn von Weihnachten vergessen hat und nimmt sie mit ins London von 1893. |
Hier hat der geizige Geschäftsmann Ebenezer Scrooge (Florian Lindekugel) nur seinen Profit im Sinn. Seine Mitmenschen sind ihm völlig gleichgültig, so wie Mrs. Jenkins (Lara Seufert) mit ihrem kleinen Sohn (Georg Bidmon), der er keinen Mietaufschub gewährt sondern am Heiligabend mit einer Räumungsklage droht. |
Es sind schwere Zeiten, viele finden keine Arbeit, haben nichts zu essen und werden obdachlos, doch Scrooge lässt das kalt. Weihnachten ist für ihn Humbug, das bekommt Neffe Fred (Tilmann Kramolisch) ebenso zu spüren wie sein Angestellter Mr. Cratchit (Vincent Ochs) und sein Butler (Sven Lindekugel). |
Hinter dem Vorhang wechselt das Bühnenbauteam wie von Zauberhand die Kulisse und weiter geht es, ein anderer Ort dieselbe Geschichte. Dämonen (Anna Hill, Lene Heberling, Linus Gaa) suchen Scrooge in seinem Wohnzimmer auf und sein verstorbener Geschäftspartner Jacob Marley (Felix Gaa). |
Schwer rasseln seine Ketten, die ihn als schwere Last an jede schlechte Tat erinnern. Er kündigt Scrooge drei Geister an und warnt: “Wenn du dich nicht änderst endest du als ruheloser Geist.“ |
Der erste Geist (Marlene Hänggi) führt Scrooge in die Vergangenheit, wo er als Schüler (Nico Scheidt) Weihnachten allein im Internat verbringen musste ... |
... und erinnert ihn an den jungen Scrooge (Felix Bidmon) und Belle (Valerie Maurer), die Liebe seines Lebens. Als er zwei Jahre später nur noch seinen Gewinn im Kopf hat verlässt sie ihn. Das rüttelt den alten Scrooge auf, denn er erkennt wie dumm er war. |
Der zweite Geist (Tina Maurer) zeigt ihm die gegenwärtige Weihnacht und führt ihn zur Familie Cratchit, die ein bescheidenes Fest feiert und obwohl der kleine Tim (Julina Hänggi) sehr krank ist, fühlt sich die Familie reich. |
Das verwundert Scrooge und als er anschließend seine Neffen und dessen Frau (Tilmann Kramolisch, Anne Peters) mit ihren Freunden fröhlich feiern sieht, wird ihm langsam der Sinn von Weihnachten bewusst. |
Der dritte Geist (Sophia Ohlhauser) nimmt ihn ausdrucksvoll - ohne ein einziges Wort - mit in die Zukunft und führt ihn an sein eigenes Grab. |
Da verwandelt sich Scrooge spürbar, trauert um Tim, dem niemand geholfen hat und nimmt endlich das Elend der Leute um ihn herum wahr. |
Er verspricht: „Der Geist der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft soll in mir sein, ich will eure Lehren nicht vergessen.“ Die Geister ziehen ab und ein völlig veränderterer Scrooge überrascht am Weihnachtstag seine Mitmenschen. |
Der herzlose Eigenbrödler beeindruckt mit seiner Hilfsbereitschaft und stellt fest: „Es ist nie zu spät etwas besser zu machen.“ Das gilt auch für die „coolen“ Kids, die im Laufe der Geschichte ebenfalls den Geist von Charles Dickens spüren und ihre Einstellung ändern. |
Das Premierenpublikum war begeistert und dankte den Darsteller mit kräftigem Applaus. Der 1. Vorsitzende der Burgbühne, Markus Winter war zu Recht stolz auf die BB-Kidz: „Das ist ein herausragendes Stück, das ihr mit Herzblut und Energie auf die Bühne bringt.“ Auch die Frage wer so etwas schreibt, konnte er beantworten, die Bühnenfassung stammt aus der Feder von Tanja Emmerich, die mit der Unterstützung von Manuela Büch auch Regie führt. |
Insgesamt eine fantastische Gesamtleistung, bei der jede Rolle wie ein Rädchen ineinander greift und für Emotionen sorgt. Dazu tragen auch die Helfer hinter den Kulissen bei: das Team Bühnenbau unter der Leitung von Petra Ochs, die in Windeseile den Umbau der verschiedenen Szenen meistern sowie das Technikteam unter Leitung von Markus Gaa, die für Tonqualität und Lichteffekte sorgen. |
Beeindruckend wie immer die fantastischen Kostüme von Uschi Ess sowie ausdrucksvolle Masken vom Team unter der Führung von Michaele Emmerich und Claudia Kücherer. Bleibt die Feststellung einer Besucherin: „Das ist absolut großartig und auch für Erwachsene ein Stück, das Gefühle weckt und zum Nachdenken anregt.“ |
Text: Beate Oemler Bilder: Burkhard Zantopp 25.11.2018 |
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